Wissen Archive - Centergram https://centergram.de/kategorie/wissen/ Mon, 19 Jun 2023 09:35:55 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://centergram.de/wp-content/uploads/logo-centergram-030-150x150.gif Wissen Archive - Centergram https://centergram.de/kategorie/wissen/ 32 32 Was ist für Hunde giftig? https://centergram.de/allgemein/was-ist-fuer-hunde-giftig/ Sun, 11 Dec 2022 16:56:50 +0000 https://centergram.de/?p=1848 Sie sind unsere besten Freunde und treusten Begleiter. Umso wichtiger ist es, unsere Vierbeiner vor möglichen Gefahren zu schützen.
Viel zu schnell kann es passieren, dass unser Hund etwas frisst, was eigentlich nicht für ihn bestimmt war. Dafür ist es wichtig zu wissen, welche Lebensmittel man besonders gut wegstellen sollte und bei welchen gefressenen Nahrungsmitteln man besser direkt mit seinem Hund den Tierarzt aufsucht.
Auch für Hunde giftige Pflanzen solltest du beachten, wenn du dir neues Grün ins Haus holst oder mit deinem Hund einen Spaziergang machst.

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Giftig für Hunde: Schokolade und Kakao

Schokolade, besonders Zartbitterschokolade und Kakao, enthalten die für Hunde giftige Substanz Theobromin. Was Menschen wach und aktiv macht, kann von Hunden nur schlecht abgebaut werden, so dass es bei der Aufnahme von Schokolade oder Kakao zu einer Vergiftung kommen kann. Sie zeigt sich zumeist durch Durchfall, Erbrechen, Zittern oder Krampfanfälle. Im schlimmsten Fall kann ein Atemstillstand eintreten.

Wie bei den meisten für Hunde giftigen Substanzen spielt auch hierbei wieder die Dosierung eine Rolle sowie die Art der Schokolade. So ist Vollmilchschokolade weit weniger gefährlich als Zartbitter. Die tödliche Dosis liegt ca. bei 100mg Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht, was in etwa 60 Gramm Milchschokolade entspricht

 

Giftig für Hunde: Rohes Schweinefleisch (?)

Unsere Hunde haben eindeutig eine Vorliebe für Fleisch, beim Umgang mit rohem Schweinefleisch ist aber Vorsicht geboten. Der Grund: im Schweinefleisch kann das Aujeszky-Virus enthalten sein. Dieses ist zwar für den Menschen ungefährlich, kann bei deinem Vierbeiner aber zu Nerven- und Hirnentzündungen führen.

Darüber hinaus kann das rohe Fleisch auch Bakterien wie Salmonellen oder Parasiten wie Trichinen enthalten. Demzufolge ist rohes Schweinefleisch zwar nicht giftig, aber du solltest deinem Hund nur gegartes Schweinefleisch geben und, falls du deinen Hund barfst, besonders vorsichtig sein.

 

Giftig für Hunde: Avocados

Zwar erfreut sich die Avocado zur Zeit großer Beliebtheit, von deinem Vierbeiner solltest du sie aber lieber fernhalten. Denn Avocados enthalten Persin, welches für Hunde sehr giftig ist und schwere Herzmuskelstörungen bis hin zum Tod auslösen kann.

Giftig für Hunde: Weintrauben und Rosinen

Weintrauben und Rosinen enthalten Oxalsäure, welche bei deinem Hund zu Durchfall zu Erbrechen und im schlimmsten Fall sogar zu Nierenversagen führen kann. Bereits eine Menge von 10 Gramm Weintrauben, bzw. drei Gramm Rosinen pro Kilo Körpergewicht des Hundes führt oft zu Vergiftungserscheinungen, weshalb besonders für kleine Hunde bereits geringe Mengen gefährlich sein können.

Foto: matthiasboeckel @pixabay

Giftig für Hunde: Macadamia- und Muskatnuss

Nüsse gelten als leckererer und gesunder Snack. Die meisten Nüsse wie z.B. Erdnüsse sind für deinen Vierbeiner auch komplett harmlos. Bei der Macadamianuss ist jedoch Vorsicht geboten. Bereits eine kleine Menge kann giftig für Hunde sein. Gleiches gilt für die Muskatnuss, welche für das Würzen von verschiedenen Speisen genutzt wird – und ab fünf Gramm übrigens auch dem Menschen Probleme bereitet. Bei Macadamianüssen kann bereits die Aufnahme von 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht zu Vergiftungssymptomen für deinen Hund führen.  

Kokosnuss und Kokosöl sind für Hunde übrigens nicht giftig. Auch ein anderes Gewürz, der Zimt, ist für Hunde nicht giftig, solange eine Maximalmenge nicht überschritten wird.

 

Giftig für Hunde: Nachtschattengewächse: Tomaten, rohe Auberginen und Kartoffeln

Sogenannte Nachtschattengewächse, zu denen auch Tomaten, Auberginen und Kartoffeln zählen enthalten Solanin  welches das Nervensystem schädigt und für Hunde wie auch Menschen giftig ist. Besonders viel enthalten die grünen Stellen von Kartoffelschalen, unreifen Tomaten und unreifen Auberginen. Beim Kochen löst sich jedoch ein großer Teil des Solanins, so dass kleine Mengen in Wasser gekochter Auberginen von deinem Hund vertragen werden können. Geschälte und gekochte Kartoffeln hingegen sind absolut unbedenklich und können auch häufiger verfüttert werden.

 

Giftig für Hunde: Xylit oder Birkenzucker

Die Aufnahme des Zuckerersatzes Xylit, auch bezeichnet als Xylitol oder Birkenzucker, ist für deinen Vierbeiner sehr schädlich und führt dazu, dass eine massive Insulinausschüttung im Körper des Hundes erfolgt, was wiederum nach einer Stunde einen starken Blutzuckerabfall zur Folge hat.

Die Symptome, die dabei auftreten, können Krämpfe oder Koordinationsschwierigkeiten sein. Im schlimmsten Fall kommt es zu Leberschäden, die für deinen Hund möglicherweise tödlich enden.

Bereits eine Dosis von 0,1 Gramm Xylit pro Kilogramm Körpergewicht kann deinem Hund schaden. Zuckerfreie Kaugummis, Fertiggebäck oder Süßigkeiten sind typische Produkte, die Xylit enthalten und sollten deshalb besonders von deinem Hund ferngehalten werden.

Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt dir, ob diese Art von Zuckerersatz in den Produkten enthalten ist. Manchmal findet sich dort auch die sogenannte E‑Nummer. Diese lautet für Xylit E967.

 

Foto minka2507 @pixabay

Giftig für Hunde: Fall- und Steinobst

Das Problem bei dem eigentlich ungiftigen Obst liegt im Verzehr der Kerne. Diese enthalten Amygdalin, eine Vorstufe der Blausäure, welche zu schweren neurologischen Störungen führen kann. Pass also lieber auf, wenn du mit deinem Hund draußen unter entsprechenden Bäumen unterwegs bist. Zu den genannten Ostsorten zählen z.B. Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen usw.

 

Giftig für Hunde: Zwiebeln und Knoblauch

Zwiebeln und Knoblauch enthalten sowohl im rohen, gekochten als auch getrocknetem Zustand Schwefelstoffe. Diese Schwefelstoffe zerstören die roten Blutkörperchen deines Hundes, weshalb er sie besser nicht fressen sollte. Bereits eine kleine Zwiebel kann für einen Hund mit etwa 5 Kilogramm Gewicht tödlich sein.

Dazu zählen auch Speisen, in denen Zwiebeln oder Knoblauch verwendet wurden. Ein Grund mehr, deinen Hund nicht vom Tisch zu füttern.

Foto dewkort @pixabay

Giftig für Hunde: Knochen (?)

Knochen sind für deinen Hund nicht per se gefährlich. Jedoch sollte man bei der Fütterung von Knochen lieber vorsichtig sein. Dies gilt insbesondere für Knochen vom Geflügel oder für Knochen, die auf irgendeine Art und Weise gegart wurden. Denn sowohl Geflügelknochen als auch gegarte Knochen neigen leicht dazu, zu splittern. Das kann zu schlimmen inneren Verletzungen bei deiner Fellnase führen.  Besondere Vorsicht ist auch bei der Gabe von sogenannten Markknochen geboten, welche meist als Scheibe angeboten werden. Es kommt immer wieder vor, dass sich der Hund mit seinem Maul im Loch des Knochens verkeilt und nur befreit werden kann, wenn der Knochen aufgesägt wird.

Auch kann die Aufnahme von großen Mengen zu Verstopfungen führen, weshalb dein Hund lieber nicht zu viel Knochen fressen sollte.

Wenn dein Hund Knochen liebt, solltest du ihm lieber Knochen von Jungtieren verfüttern, da diese kleiner, dünner und weicher sind und somit für deinen Hund besser bekömmlich. Auf jeden Fall solltest du deinen Hund beim Fressen von Knochen im Blick behalten, falls es zu Splittern oder Problemen beim Verschlucken kommt.

Giftig für Hunde: Aspirin, Ibuprofen

Dass du Medikamente außerhalb der Reichweite deines Hundes
aufbewahren solltest, liegt auf der Hand. Besonders aufpassen solltest du
allerdings bei den gängigen Schmerzmitteln wie  Aspirin oder
Ibuprofen
. Bereits eine Menge von zwei Tabletten Aspirin kann für einen
Hund mit 20 Kilogramm Gewicht tödlich enden. Lasse deine Schmerzmittel also
besser nicht rumliegen, sondern verstaue sie hundesicher!

Efeu

Welche Pflanzen sind giftig für Hunde?

 Für Hunde giftige Pflanzen:

 

Neben den hier aufgelisteten Lebensmitteln und Medikamenten
gibt es auch eine Reihe giftiger Pflanzen, sowohl in der Natur als auch in
unseren Gärten oder Wohnungen. Es ist als Hundehalter wichtig, sich über
giftige Pflanzen zu informieren, um diese zu meiden oder außerhalb der
Reichweite von Hunden zu platzieren.

 Für Hunde giftige Wald- und
Wiesenpflanzen:

 Der echte Lorbeer, den du in so manchem Garten finden kannst, ist übrigens nicht giftig für deinen Schnuffi.    

 Für Hunde giftige Zimmerpflanzen:

Wichtig: Sowohl bei den im Artikel vorgestellten Lebensmitteln als auch bei der Liste der Pflanzen handelt es sich nur um die
gängigsten und gebräuchlichsten. Dieser Artikel erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit.

Foto Alkhaine @pixabay

In den Hundemagen gehört letztlich Hundefutter und der Halter sollte ihn vor giftigen Dingen schützen.

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Was ist eine Rezession? https://centergram.de/wissen/was-ist-eine-rezession/ Thu, 01 Dec 2022 19:37:12 +0000 https://centergram.de/?p=1842 Die Wirtschaft lahmt: Preise steigen, Börsenkurse fallen. Die Energiekosten explodieren, Unternehmen stellen ihre Produktion ein, Menschen fürchten um ihre Existenzgrundlage. Die Angst vor einer Rezession geht um. Doch was genau ist eine Rezession, wie lange kann sie dauern, wen trifft sie besonders und was sind ihre langfristigen Folgen? Alle Antworten auf diese Fragen findest Du hier.

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Rezession kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Niedergang. In der Wirtschaftswissenschaft wird von einer Rezession gesprochen, wenn die gemessene wirtschaftliche Leistung, das Bruttosozialprodukt, unmittelbar hintereinander in zwei Quartalen sinkt. Gemessen daran befindet sich Deutschland gegenwärtig auf dem Weg in eine Rezession. Ängste und Traumata werden wach. Bilder aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts spucken durch die Köpfe. Hunger. Armut. Kälte. Die Aufmerksamkeit von Medien und Politik wird auf die Wiederkehr eines Urtraumas gelenkt.

 

 

Rezession versus langfristiges Wirtschaftswachstum

 

Viel wichtiger aber für den Wohlstand der Menschen ist das langfristige Wirtschaftswachstum. Das zeigt das Beispiel der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Land hat seit 1948 sieben Rezessionen erlebt. Den ersten großen Einbruch der Nachkriegszeit gab es während der Ölkrise von 1975/76. Markante Rezessionen folgten auch von 1991 bis 1994, während der Finanzkrise von 2008/09 sowie der Corona-Krise 2020. Länger als vierzig Monate haben Phasen der Rezession https://de.statista.com/statistik/daten/studie/30100/umfrage/dauer-vergangener-rezessionen-in-deutschland/ in der Bundesrepublik Deutschland bisher nicht überstiegen.

 

Trotz diesen Rezessionen ist die Wirtschaftskraft in Deutschland massiv gestiegen. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) ist von 1960 bis 2021 um mehr als das dreiundzwanzigfache gewachsen. Der Wert der in Deutschland produzierten Güter und Dienstleistungen stieg von 155 Milliarden Euro auf 3.602 Milliarden Euro. Bei diesen Angaben handelt es sich um inflationsbereinigte Werte – die Geldentwertung in diesem Zeitraum wurde also berücksichtigt.

Insofern kann man sagen: Die langfristige Bedeutung von Rezessionen wird überschätzt. Aufgrund dessen kam der US-Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Lucas zu der Schlussfolgerung, dass Rezessionen den Durchschnittsbürger fast gar nicht schmerzen würden. Sie seien nur temporäre Schwankungen rund um einen langfristigen Wachstumspfad.

 

 

Was sind die langfristigen Folgen einer Rezession?

 

Die Ansicht, dass Rezessionen vernachlässigbare Folgen haben, ist allerdings umstritten. Zumindest trifft diese Aussage nicht auf alle gleichermaßen zu. Denn bei einem wirtschaftlichen Abschwung gibt es immer auch Opfer der sich daran anschließenden Veränderungen. Zu ihnen zählen insbesondere Berufseinsteiger und Personen, die ihre Arbeit dauerhaft verlieren. Je länger ihre Arbeitslosigkeit andauert, desto mehr verliert zugleich ihre Ausbildung und Berufserfahrung an Wert. Ein Teufelskreis, der sich eröffnet. Vor allem dann, wenn sie in neue Berufsfelder wechseln müssen. Die Betroffenen müssen sich dann in der Regel mit schlechter bezahlten Stellen zufriedengeben. Langfristig betrachtet reduziert sich ihr Einkommen. Auch Schul- und Studienabsolventen, die während eines Wirtschaftseinbruchs auf den Arbeitsmarkt kommen, haben deutlich schlechtere Karrierechancen als Absolventen, die während einer Hochkonjunktur ins Berufsleben starten. Ein schlechter Start in Zeiten eines Wirtschaftsabschwungs ist bei Berufseinsteigern einkommensmäßig auch nach vielen Jahren noch nicht aufgeholt.

 

 

Wie verhält man sich in Zeiten der Rezession?

 

Auch Unternehmensgründungen scheitern in Rezessionsphasen noch häufiger als in Zeiten boomender Konjunktur. Geht schon in normalen Zeiten neun von zehn Start-ups oftmals nach weniger als drei Jahren die Luft aus, so sind die Schwierigkeiten in einer Rezession noch deutlich größer. Investitionen werden verschoben. Steigende Zinsen am Kapitalmarkt machen es Start-ups noch schwerer als Firmen, die schon länger am Markt sind, Kredite zu erhalten. Kapital und Sparguthaben werden in Sachwerte wie Immobilien und Edelmetalle verlagert, anstatt in den Produktionsprozess. So verlangsamt sich in Phasen der Rezession die wirtschaftliche Entwicklung noch weiter.

 

 

Rezession, eine Krise mit neuen Chancen?

 

Allerdings können Krisen auch neue Chancen eröffnen. Wie die volkswirtschaftliche Forschung gezeigt hat, sind Zeiten der Rezession Phasen des beschleunigten Strukturwandels: Übertreibungen des Marktes finden ein Ende; wirtschaftliche Ungleichgewichte der Vergangenheit werden korrigiert. Firmen mit unwirtschaftlichen Geschäftsmodellen scheiden aus dem Markt aus. An ihre Stelle treten neue Unternehmen mit besseren Zukunftschancen. Eine „schöpferische Zerstörung“ tritt in Kraft.

Die Bereinigungseffekte einer Rezession mögen kurzfristig für den Einzelnen zu Wohlstandsverlust und Unsicherheiten führen. Langfristig betrachtet aber bringen sie auch immer Chancen mit sich, neue Ideen zu verwirklichen und eine Volkswirtschaft auf einen Pfad höheren Wachstums und, wie zu hoffen ist, zugleich zu größerer Nachhaltigkeit zu führen.

 

 

-MCK-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tipps für energiesparendes Autofahren https://centergram.de/allgemein/tipps-fuer-energiesparendes-autofahren/ Wed, 30 Nov 2022 16:43:07 +0000 https://centergram.de/?p=1833 Die Preise für Super und Diesel sind in der letzten Zeit enorm gestiegen und ein Blick auf die Anzeigetafel der Tankstelle stößt einem bitter auf. Der Eindruck, dass man jedes Mal beim Tanken mehr bezahlen muss, täuscht nicht. Das Jahr 2022 gilt als Spitzenreiter in Sachen Spritpreis. Das Auto stehen zu lassen ist jedoch nicht immer eine Option. Umso relevanter wird der Begriff des energiesparenden Fahrens. Was sich genau hinter diesem Begriff verbirgt und was für energiesparendes Fahren wichtig ist, erfährst du in diesem Artikel.

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Was ist energiesparendes Fahren?

Unter energiesparendem Fahren versteht man eine Fahrweise, die das Ziel hat den  Energieverbrauch auf der zurückgelegten Strecke zu reduzieren. Einfach gesagt, versucht man durch seine Fahrweise seinen Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, da dieser nicht nur abhängig vom jeweiligen Kraftfahrzeug, sondern eben auch von der Fahrweise ist. Laut ADAC kannst du mit energiesparendem Fahren bis zu 20% Kraftstoff sparen. Was dafür wichtig ist, stellen wir dir jetzt vor:

Unsere Tipps für spritsparendes Fahren:

Vorausschauend fahren

Wer sieht, dass sich in einiger Entfernung eine rote Ampel oder eine Kreuzung nähert, tut gut daran die letzten hundert Meter heranzuholen statt weiter Gas zu geben und dann abrupt abzubremsen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Motorbremswirkung so lange wie möglich zu nutzen. Bei vielen Autos kann man auf diese Weise einiges sparen, da sie mit einer Schubabschaltung ausgestattet sind, welche die Kraftstoffzufuhr währenddessen absperrt.

Wer vorausschauend fahren möchte, sollte also an Kreuzungen oder Ortseingänge heranrollen und den Gang eingelegt lassen, bzw. für das Nutzen der Motorbremse herunter schalten. Zum vorausschauenden Fahren zählt auch, dass man sich an der  Richtgeschwindigkeit orientiert. Eine an den Verkehrsfluss angepasste und im Optimalfall möglichst konstante Geschwindigkeit kann zum energiesparenden Fahren beitragen, da häufiges Beschleunigen und Bremsen Energie kostet.  

Sprit Sparen mit Automatik-Getriebe

Auch Fahrzeuge mit Automatik statt Schaltgetriebe können sparsamer gefahren werden: Es wird empfohlen, das Gaspedal nicht stark durchzutreten, um hohe Drehzahlen zu vermeiden. Der sogenannte Kick-Down, bei dem das Gaspedal vollständig durchgetreten wird, sollte nur in Situationen verwendet werden, in denen es unbedingt erforderlich ist, wie beispielsweise beim Überholen. Generell kann der Kraftstoffverbrauch durch eine korrekte Nutzung des Gaspedals beeinflusst werden. Durch leichtes Verringern des Drucks auf das Gaspedal bei bestimmten Drehzahlen schaltet die Automatik schneller in den nächsten Gang.

Unnötige Verbraucher ausschalten

Ganz ähnlich wie bei uns im Haushalt ergibt es auch im Auto Sinn Verbraucher auszuschalten, wenn man sie gerade nicht benötigt. Dazu zählen beispielsweise Sitzheizungen, Klimaanlagen, Belüfter oder Beleuchtung. Die elektrische Energie, die diese Verbraucher benötigen, wird nämlich von der Lichtmaschine, (einem durch den Verbrennungsmotor angetriebenen Generator) bereitgestellt, so dass bei Nutzung ein Mehrverbrauch entsteht. Wie hoch der Mehrverbrauch ausfällt, ist abhängig von der Einsatzdauer. So erhöht beispielsweise die Standheizung diesen um etwa 0,2 bis 0,5 Liter pro Stunde.

Es lohnt sich also, die Verbraucher auszuschalten, sobald sie nicht mehr benötigt werden.

Höchstgeschwindigkeit vermeiden

Je höher die Drehzahl des Motors, desto höher ist der Verbrauch an Kraftstoff. Auch der Luftwiderstand spielt dabei eine große Rolle, denn bei höherer Geschwindigkeit steigt der Luftwiderstand und der Motor muss sich mehr arbeiten. Die Folge: der Verbrauch steigt. Die Geschwindigkeit ist somit entscheidend für den Kraftstoffverbrauch und es empfiehlt sich, von sehr hohen Geschwindigkeiten abzusehen, wenn man kraftstoffsparend fahren möchte. Besonders auf der Autobahn ist dies sinnvoll, da laut dem ADAC ein Mittelklassewagen bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 160 km/h rund zwei Drittel mehr Kraftstoff verbraucht als wenn es wenn es 100 km/h gefahren wäre. Da sich hohe Drehzahlen und Geschwindigkeiten auf der Autobahn jedoch nicht ganz vermeiden lassen, fährst du auf der Autobahn am besten zwischen 100 und 130 km/h, je nach Fahrzeug und Getriebe.  

Fahrweise optimieren

Neben dem Verzicht auf Höchstgeschwindigkeiten gibt es noch weitere Aspekte mit denen man seine Fahrweise optimieren kann. Dazu zählt unter anderem, dass man bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe rechtzeitig die Gänge hochschaltet. Ist bei einer bestimmten Geschwindigkeit der eingelegte Gang höher, wird weniger Kraftstoff verbraucht, als wenn du in einem niedrigeren Gang fährst. Diese Fahrweise wird auch als niedertouriges Fahren bezeichnet. Wenn man niedertourig fährt, kann man gleichzeitig Portmonee und Motor schonen, denn so lassen sich bis zu  30 Prozent Sprit sparen. Es empfiehlt sich, besonders beim Benziner, Gas zu geben um Geschwindigkeit aufzunehmen und sich dann bei 1500 bis 2500 Umdrehungen pro Minute einzupendeln, da bei diesen Umdrehungen in der Regel am wenigsten verbraucht wird.   

Motor im Leerlauf ausschalten

Läuft der Motor, verbraucht er Kraftstoff. Daher empfiehlt es sich, den Motor im Leerlauf auszuschalten, wenn die Wartezeit vermutlich länger als 20 Sekunden dauern wird. Wenn dein Kfz nicht über eine Start-Stopp-Automatik verfügt, kannst du trotzdem den Motor ausschalten, denn nach den Erkenntnissen des ADAC ist die Belastung von Anlasser und Batterie bei warmem Motor zu vernachlässigen.

Ladung Reduzieren

Oft transportieren wir in unserem Auto eine Meine Dinge, seien es Getränkekisten, Dachträger oder Kleinkram. Es gilt jedoch zu beachten, dass jedes zusätzliche Gepäckstück zusätzliches Gewicht bedeutet. Mehr Gewicht führt unweigerlich zu einem Mehrverbrauch, da ein höherer Energieeinsatz erforderlich ist, um die Masse auf die jeweilige Geschwindigkeit zu beschleunigen.

Vor allem bei Dachboxen oder Fahrradträgern besteht das Problem, dass diese neben dem Gewicht auch noch den Luftwiderstand erhöhen und somit den Kraftstoffverbrauch auf zweierlei Arten beeinflussen. Generell ist es spritsparender, Heckträger zu verwenden als Träger auf dem Dach.

Wenn du energiesparend fahren möchtest, solltest du dein Auto immer mal wieder auf unnötige Ladung überprüfen und Dachträger oder ‑boxen nach dem Verwenden direkt wieder abmontieren.

Regelmäßige Wartung

Ein nicht zu verachtender Aspekt für energiesparendes Fahren ist der der regelmäßigen Wartung. Moderne Fahrzeuge haben den Vorteil, dass sie in der Regel den Wartungsbedarf anzeigen. Diese Meldungen sollte man keinesfalls außer Acht lassen, da besonders regelmäßige Ölwechsel oder das Wechseln der Motorluftfilter wichtig für niedrige Verbrauchswerte sind. Wenn dein Auto dir keine Wartungsmeldungen anzeigt, lohnt es sich, wenn du dir die Wartungsintervalle merkst.

Richtiger Luftdruck und Reifen

Den Luftdruck deiner Reifen regelmäßig zu überprüfen und anzupassen ist wichtig für energiesparendes Fahren. Ist der Reifendruck zu niedrig, entsteht ein höherer Rollwiderstand und dementsprechend ein erhöhter Kraftstoffverbrauch, da durch zu wenig Luftdruck der Reifen verformt und so zusätzliche Wärme entsteht. Worauf du beim Überprüfen des Reifendrucks achten musst, erfährst du hier.

Neben dem Luftdruck spielt auch die Wahl der Reifen eine Rolle. Je nach Wetter, bzw. Jahreszeit sollten die Reifen gemäß der O bis O Regel gewechselt werden, denn auch Profilbeschaffenheit und Material beeinflussen den Rollwiderstand. So solltest du bei wärmeren Temperaturen auf deine Sommerreifen wechseln, da diese ein flacheres Profil haben und in der Regel schmaler sind. Das hat zur Folge, dass sie nicht so stark auf der Straße aufliegen und daher einen geringeren Rollwiderstand haben.

Kurzstrecken vermeiden

Ist der Motor kalt, verbraucht er am meisten Kraftstoff. Hinzukommt, dass ständiges Kurzstreckenfahren dem Fahrzeug nicht gut tut. Denn: Bei Kurzstrecken kommt der Motor oft nicht auf Betriebstemperatur. Das wiederum wirkt sich beispielsweise negativ auf die Auspuffanlage oder die Zündkerzen aus. Bei Dieselfahrzeugen, welche über einen Rußpartikelfilter verfügen, kommt noch hinzu, dass dieser im schlimmsten Fall verstopfen kann, da der Filter nicht durch höhere Abgastemperaturen regeneriert. Es bietet sich somit an, mehrere Kurzstreckenfahrten zusammenzulegen oder aber das Auto für kurze Distanzen sehen zu lassen. Damit schonst du gleichzeitig dein Auto und tust noch etwas für deine Gesundheit, wenn du zu Fuß gehst oder das Fahrrad nimmst. Und seien wir ehrlich: Inklusive Parkplatzsuche ist man fast genau so schnell.

Es braucht also gar nicht viel, um jeden Tag mit dem Auto Energie zu sparen. Und gerade in Zeiten von hohen Kraftstoffpreisen lohnt sich dies allemal.

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Was sind die staatlichen Gewalten? https://centergram.de/allgemein/was-sind-die-staatlichen-gewalten/ Tue, 15 Nov 2022 16:45:00 +0000 https://centergram.de/?p=1791 Staat zu machen, ist nicht ganz einfach. Um ein funktionierendes Staatswesen aufzubauen, braucht es eine Ordnung. Jeder Staat definiert sich dabei zuvorderst durch drei Charakteristika: Ein Staatsvolk, ein spezifisches Staatsgebiet und die auf seinem Gebiet ausgeübte staatliche Gewalt. Nur wenn alle diese Elemente zusammenkommen, kann man davon reden, dass ein Staat entstanden ist. Dies ging historisch betrachtet nie auf ganz friedliche Weise.

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Ist ein Staat aber erst einmal geschaffen, gingen die Bestrebungen — mal früher, mal später — dahin, jedwede Gewalt aus der Gesellschaft zu verbannen und alleine auf den Staat zu beschränken. Anders gesagt: Der staatlichen Gewalt allein wurde ein Monopol zugesprochen. So sollte Ordnung und zivilgesellschaftliche Sicherheit für jeden gewährleistet werden. Aus der Erfahrung während der Völkerwanderung, des Verfalls der Staaten der antiken Welt, des Erlebnisses von Gewalt und Zivilisationsbruch, die wie ein Rückfall in den vorstaatlichen Naturzustand des „Kampfes aller gegen alle“ angesehen wurden, trat die Notwendigkeit hervor, jede als legitim angesehene Gewalt nur dem Staat zuzubilligen. Doch was genau sind nun die staatlichen Gewalten? 

„Der Staat bin ich

Im Mittelalter vereinte der monarchische Herrscher alle staatliche Gewalt auf seine Person. Beraten durch seine Minister war er in einer Person sowohl Gesetzgeber als auch oberster Gerichtsherr. Zudem war er in der Ausführung aller Entscheidungen oberste Instanz, indem er die Streit- und Sicherheitskräfte und Behörden befehligte. In derart absolutistischen Zeiten konnte der französische König Ludwig XIV. von sich mit Fug und Recht behaupten: „Der Staat bin ich“.

So zufrieden man einerseits über die dauerhafte Wiederherstellung von Sicherheit und Ordnung war, so schnell erkannte man andererseits, dass das Wohlergehen aller vom Charakter und der Persönlichkeit eines Einzelnen abhängig war. War die Person, die an der Spitze des Königshauses stand, für die Aufgabe geeignet, florierte der Staat.

Allegorie Guter und schlechter Herrscher im Rathaus von Siena @wikipedia

War die Person grausam und ungerecht, litt das Staatswesen. Wer immer einem despotischen Herrscher in irgendeiner Weise nicht gefiel, konnte verhaftet, gefoltert und getötet werden, ohne dass sich das Opfer herrschaftlicher Gewalt auf irgendwelche Rechte berufen konnte. Im Laufe der Zeit suchten die Staatsbürger der Willkür des königlichen Souveräns daher Schranken zu setzen. Meilensteine auf diesem Weg waren die Freiheits- und Grundrechte, welche Herrscher ihren Untertanen schriftlich garantierten. So in der Magna Charta 1215, der Habeas-Corpus-Akte 1679 in England und der Bill of Rights 1789 in Amerika. Aus diesen Rechten entwickelten sich die heutigen Grund- und Menschenrechte. Dies war ein langer Weg, auf dem man nach einer beherrschbaren Zähmung der staatlichen Gewalten in den Händen eines Einzelnen suchte. Eine wesentliche Kritik zielte darauf, dass es in monarchischen Zeiten wenig Möglichkeiten gab, die Gewalt des Herrschers zu begrenzen. Wie sollte man das bewerkstelligen?

Gewaltenteilung soll Tyrannei verhindern

Eine Lösung wurde im 18. Jahrhunderts gefunden. Die staatlichen Gewalten sollten sich gegenseitig kontrollieren! Teile, lautete der dahinterstehe Gedanke, und beherrsche so das Risiko der Tyrannei. Es war der französische Staatsrechtler Montesquieu (1689–1755), der davon ausging, dass die Freiheit des Einzelnen nur dann vorhanden sei, wenn die staatlichen Gewalten voneinander getrennt sind und sich gegenseitig kontrollieren. Die drei Gewalten, die idealerweise unabhängig voneinander in einem Staat existieren sollten, wurden von ihm so benannt: die Legislative (die gesetzgebende Gewalt), die Judikative (die Recht sprechende Gewalt) und die Exekutive (die vollziehende Gewalt). Dieser Gedanke setzte sich im Laufe der Geschichte durch. Dafür bedurfte es Reformen und Revolutionen. Auf seiner Grundlage aber sind heute die staatlichen Gewalten in den demokratischen Staaten aufgebaut. Bereits die Setzung von Recht wird dabei als legitime Gewalt, im Sinne von Herrschaft, angesehen. Ebenso ihre Einhaltung. Dies geschieht nicht willkürlich, sondern auf demokratischem Wege über Wahlen. Die Repräsentanten des Volkes kommen im Parlament (der Legislative) zusammen. Auf der Ebene der deutschen Bundesländer gehören zu ihr die Landtage bzw. Senate in den Stadtstaaten; auf Ebene des Bundes sind es der Bundestag und der Bundesrat. Ihre oberste Aufgabe ist die Gesetzgebung sowie die Überwachung der von der Mehrheit des Parlaments gewählten und getragenen Regierung. Der Regierung (Exekutive) ist die Ausführung der Gesetze anvertraut. Ihr unterstehen die öffentliche Verwaltung, die Polizei und die Armee. Alle diese Institutionen haben sich an die gegebenen Gesetze zu halten. Auch hier gilt das staatliche Gewaltmonopol. Das bedeutet, das andere Gesetzgeber oder Gerichte, etwa religiöser Art, vom Staat auf seinem Territorium nicht geduldet werden. Nur die vom Parlament verabschiedeten Gesetze schreiben den Richtern, der dritten hier genannten staatlichen Gewalt vor, was richtig und falsch ist. Staatliche Gerichte sind die oberste Instanz in der rechtmäßigen Auslegung und Anwendung der Gesetze. Die obersten Bundesgerichte sind in Deutschland das Bundesverfassungsgericht (Karlsruhe), der Bundesgerichtshof, das Bundessozialgericht (Kassel) und das Bundesverwaltungsgericht (Leipzig). Durch die so organisierte Teilung der staatlichen Gewalten wird angestrebt, ein Staatswesen zu schaffen, das frei von Willkür und Tyrannei ist, auf einklagbaren rechtsstaatlichen Prinzipien beruht, allen Sicherheit bietet und zugleich jedem Einzelnen die möglichst größten Freiheiten einräumt.

 

MCK

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Deinen Hund barfen? Warum das keine gute Idee sein könnte! https://centergram.de/allgemein/deinen-hund-barfen-warum-das-keine-gute-idee-sein-koennte/ Fri, 11 Nov 2022 18:37:13 +0000 https://centergram.de/?p=1779 Die Barf-Fütterung gilt zur Zeit als Nonplusultra. Sie hat den Ruf, der ursprünglichen Nahrungsaufnahme der Vorfahren unserer Hunde besonders nah zu kommen und somit besonders gesund, naturnah und entsprechend besonders artgerecht zu sein. Jedoch ist es so, dass die Barf-Fütterung nicht nur Vorteile mit sich bringt, sondern tatsächlich einige Risiken birgt. So warnt beispielsweise die Bundestierärztekammer vor Fehlern bei der Rohfütterung. Welche Risiken und Nachteile diese Art der Fütterung mit sich bringt, stellen wir dir im Verlauf dieses Artikels näher vor.

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Was ist Barfen überhaupt?

Vor ein paar Jahren galt Barfen noch als eine eher exotische Möglichkeit, seinen Hund zu füttern. Mittlerweile sieht man aber in fast jedem Geschäft mit Tierbedarf eine sogenannte „Barf-Abteilung“. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Barf? Die „Biologisch artgerechte Rohfütterung“, kurz genannt Barf, bedeutet, seinen Hund, angelehnt an die ursprüngliche Ernährung der Karnivoren, also der Fleischfresser, mit rohem Fleisch, Innereien und Gemüse zu füttern. Seinen Hund zu barfen heißt also, dass man nicht auf vorgefertigtes Trocken- oder Nassfutter zurückgreift, sondern dass man seinen Hund mit ausgewähltem Fleisch und Gemüse füttert.

Wäre Barfen gesünder? Foto Alkhaine @pixabay

 

 

Ist Barfen die natürlichste Füttermethode für Hunde?

Um diese Frage zu beantworten, muss natürlich der Hund als biologisches Wesen betrachtet werden. Er ist kein Tier, dass in dieser Form direkt in der Natur vorkommt – sondern gewissermaßen eine Kreation des Menschen, der ihn in seinen verschiedenen Formen per Zucht für seine Bedarfe (Jagd, Herdenhüter, Hausbewacher usw.) geformt hat. In dieser über 15.000 Jahre dauernden gemeinsamen Geschichte hat sich entsprechend auch der Ernährungsanspruch des Hundes gewandelt.

Das wird deutlich, wenn man etwas genauer auf die Entwicklungsgeschichte des Hundes schaut. Dessen Vorfahre war der Wolf oder zumindest ein dem Wolf noch sehr ähnliches Tier. Mehrfach domestizierte der Mensch diese Tiere, so dass die heute vorhandenen Hunderassen mindestens zwei Entwicklungslinien entstammen. Beiden gemeinsam war jedoch, dass sie sich wohl vor allem von Essensresten und dem ernährten, was sie bei Tisch erbetteln konnten – nicht zufällig hat sich dieses Verhalten bei Hunden ausgeprägt. Da bedeutet aber auch, dass sie sich in den letzten 15.000 Jahren Stück für Stück an die menschliche Ernährung angepasst haben. Und die beinhaltete, seit dem Ende der Steinzeit, nicht nur gegartes Fleisch, sondern vor allem auch Kohlenhydrate. Einen guten Beweis für diese Anpassung liefert die Tatsache, dass Wölfe und Dingos (die eine verwilderte sehr frühe Form des Hundes darstellen) das Gen, welches zum Verdauen von Kohlenhydraten befähigt, nur in ein- bis zweifacher Ausführung besitzen, während unsere Haushunde dies in zwanzig- bis dreißigfacher Ausführung im Genom haben. Dies wird von Forschern mit der Anpassung an stärkehaltige, menschliche Nahrung wie z.B. Reis erklärt.

Eine ursprüngliche Eigenschaft scheint sich der Hund jedoch bewahrt zu haben: Eine einzige, große Mahlzeit am Tag scheint der Gesundheit deines Vierbeiners zuträglicher zu sein als mehrere kleine über den Tag verteilt oder sogar ein immer gefüllter Fressnapf.

 

Gefahren und Risiken beim Barfen

Eine große Gefahr die mit dem Barfen einhergeht ist deshalb die der Fehlernährung. Laut dem Präsidenten der Bundestierärztekammer ist es zwar möglich, seinen Hund mit selbst zusammengestelltem Futter ausgewogen zu ernähren, jedoch bedarf es dafür einiges an Wissen und einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema. Denn ähnlich wie bei uns Menschen, haben auch unsere Hunde ganz unterschiedliche Bedarfe und benötigen entsprechend eine unterschiedliche Zusammenstellung bei der Fütterung, welche von verschiedenen Faktoren wie unter anderem Alter, körperlicher Belastung oder Gesundheitszustand abhängig ist. Werden diese Faktoren nicht entsprechend berücksichtigt, besteht die Gefahr einer Unter- oder Überversorgung. Demzufolge ist es unzureichend, seinem Hund einfach beliebig rohes Fleisch, Knochen oder Gemüse vorzusetzen. Die bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Eiweiß, ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen und Vitaminen ist wesentlich komplexer. Dazu kommt noch, dass Mineralstoffe wie Kalzium, Natrium oder verschiedene Spurenelemente nicht ausreichend im Fleisch enthalten sind. Gleiches gilt für die für die verdauungsnotwendigen Ballaststoffe, welche (abgesehen von Fell und Federn) vor allem in pflanzlichen Fasern enthalten sind und demgemäß durch weitere Fütterungskomponenten gedeckt werden müssen. Eine Möglichkeit, die diese Problematik vermeiden soll, ist die des Fertigbarfs. Dieses soll Zeit sparen und alles enthalten, was der Hund benötigt. Doch so einfach ist es leider nicht: Viele Fertigbarf-Produkte sind eben nicht ausgewogen, was auf lange Zeit zu gesundheitlichen Problemen führt. Zwar suggerieren Titel wie „Komplettbarf“ oder „Komplett Menü“, dass sie als Alleinfuttermittel ausreichen und somit deinen Hund umfassend versorgen. Jedoch sind diese Begriffe nicht gesetzlich definiert und somit erstmal nichtssagend. Zwar können sich trotzdem gute Produkte dahinter verbergen, ein Blick auf die genaue Zusammensetzung und die Inhaltsangaben ist aber unabdinglich. Es bedarf also auch hierbei einer genauen Auswahl. Vor allem, da das Fertigbarf wenig individuell ist und dein Hund beispielsweise bedingt durch Wachstum, Krankheit oder besondere körperlicher Aktivität einen ganz anderen Bedarf haben kann als der Durchschnitt.

 

Gesundheitsrisiko Keimbelastung beim Barfen

Ein weiteres Risiko ist das der Keimbelastung. Durch die Fütterung von rohem Fleisch können verschiedene Krankheitserreger übertragen werden.  Das können beispielsweise Salmonellen und Campylobacter-Bakterien oder Clostridien sein. Salmonellen und Camplybacter können insbesondere bei rohem Geflügel auftreten und vor allem bei Salmonelle besteht das Risiko, dass der Hund selbst kaum oder keine Symptome zeigt und so die Erreger in seinem Umfeld verbreitet. Das erhöht das Risiko einer Ansteckung für den Menschen.

Darüberhinaus stellen auch ein- oder mehrzellige Parasiten, die mit rohem Fleisch übertragen werden können ein Risiko für Mensch und Hund dar. Dazu zählen infektiöse Zysten von Neospora caninum, Toxoplasma gondii und Sarkosporidien. Erstere können verschiedene Organsysteme des Hundes befallen und  bei einer Störung des Immunsystems sogar das Gehirn schädigen. Sarkosporidien befallen den Darm und führen zu Übelkeit, Durchfall oder sogar zu Muskelschwäche. Diese Krankheitserreger können zwar durch Einfrieren größtenteils abgetötet werden, jedoch erst wenn das rohe Fleisch bei ‑20° C für mindestens vier Tage eingefroren wird. Die Standardempfehlung für Gefrierschränke und ‑Truhen liegt jedoch nur bei -18° C.

Eine weitere Gefahr beim Barfen ist die Fütterung von Knochen und rohem Schweinefleisch. Füttert man zu viele Knochen, kann der Hund unter schweren Verstopfungen leiden. Hinzu kommt, dass einige Knochen auch splittern und somit schwere Verletzungen im Rachenraum oder Magen- und Darmtrakt verursachen. Die Gefahr bei rohem Schweinefleisch liegt darin, dass es theoretisch möglich ist, dass der Hund sich mit aujeszkyschen Erregern infiziert, was für den Hund immer tödlich endet. Die deutschen Schweinbestände gelten zwar als aujeszkysch-frei, jedoch gibt es Befunde bei Wildschweinen, bei denen die Krankheit nicht bekämpft oder behandelt werden kann. Hiernach sollte man aus Vorsicht lieber von der Fütterung von rohem Schweinefleisch absehen.

 

Ist Barfen schlecht fürs Klima?  

In Zeiten der Klimapolitik hat man schon öfters Schlagzeilen vernommen, die sich die Ökobilanz unserer Haustiere vorknüpfen. Laut einer Studie hat ein mit Barf ernährter Hund einen doppelt so hohen Klimafußabdruck wie ein mit herkömmlichem Futter ernährter Hund. Der Grund: herkömmliches Futter besteht in der Regel aus Nebenprodukten der Fleischindustrie, beim Barf wird hingegen hochwertigeres Fleisch verfüttert, was wesentlich klimaschädlicher ist. Zusätzlich ist der pflanzliche Anteil (z.B. Getreideprodukte) im herkömmlichen Futter oft wesentlich höher als beim Barf, so dass allein hieraus schon eine bessere Klimabilanz resultiert.

 

Es gibt somit mehrere Gründe, die gegen die so angesagte Rohfütterung sprechen und die man nicht vernachlässigen sollte. Das zeigt, dass man sich im Vorfeld gut und ausführlich informieren und Vor- und Nachteile abwägen sollte, da man sonst seinem Hund sogar schaden kann.

 

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Was ist die größte Stadt der Welt? https://centergram.de/wissen/groesste-stadt-der-welt/ Sat, 05 Nov 2022 17:45:00 +0000 https://centergram.de/?p=1740 Die Weltbevölkerung wächst unaufhörlich, und mit ihr die Städte. Aktuell gibt es weltweit 34 Megastädte mit mehr als 10 Millionen Einwohnern. Da die meisten Menschen in Asien (inkl. des Subkontinents Indien) leben, gibt es auch dort die größten Metropolen (21). Mit deutlichem Abstand folgen Megastädte in Latein¬amerika (6) und in Afrika (3).

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Größte Stadt der Welt ist zurzeit (Stand 2022) Tokio. Im Ballungs­raum der japanischen Hauptstadt leben über 37 Millionen Menschen und damit mehr als vier Mal so viele, wie in ganz Österreich.

Es folgen Delhi mit einer Einwohner­zahl von 31 Millionen und Schanghai mit 28 Millionen. Zum Vergleich: Berlin als größte Stadt Deutschlands zählt lediglich rund 3,6 Millionen Einwohner.

 

Aussicht Shibuya, Tokyo Foto: Philippsaal @pixabay

Größte Stadt — Ballungsraum Tokyo/Yokohama

Der Ballungsraum von Tokio/Yokohama gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt. Auf einer Fläche von über 8.000 Quadratkilometern, die sich entlang der Tokio-Bucht südwestlich bis nach Yokohama erstrecken, liegt die Bevölkerungsdichte bei 4751 Einwohner pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: Das Nildelta weist eine der höchsten Bevölkerungsdichten der Erde außerhalb von Großstädten auf. In dem etwa 24.000 Quadratkilometer großen Gebiet leben über 60 Millionen Menschen. Die Bevölkerungsdichte liegt mit rund 2500 Einwohnern pro Quadratkilometer indes nur etwa halb so hoch wie in Tokio.

 

 

Tokyo Ubahn Foto: gabyobs @pixabay

Verkehrsnetz der größten Stadt der Welt

Berühmt ist Tokio für sein exzellent ausgebautes Verkehrsnetz, das täglich von 8–10 Millionen Fahrgästen benutzt wird. Ohne öffentliche Verkehrsmittel wäre die Bewegung dieser Menschenmassen schlichtweg nicht zu bewältigen. Die Bahnen verkehren im Minutentakt. Jeder dürfte schon Bilder der U‑Bahn in Tokio während des Berufsverkehrs gesehen haben. 

 

Geradezu ikonisch sind die sogenannten „Pusher“. Es sind Bedienstete der U‑Bahngesellschaften. Sie tragen Uniform und weiße Handschuhe. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, an einer Haltestelle alle Fahrgäste rasch in den Waggon zu drücken, so dass die Türen der U‑Bahn auch wieder schließen können. Dabei gehen sie nicht gerade zimperlich zu Werke.

Du solltest also keine Platzangst haben, wenn du in der größten Stadt der Welt unterwegs bist. Für Ausländer sind die Strecken übrigens gut auf Englisch ausgeschildert. Die Zeiten des Berufsverkehrs freilich sollten besser gemieden werden.

 

-MCK-

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Blondinen bevorzugt — Mythos oder Realität? https://centergram.de/wissen/blondinen-von-maennern-bevorzugt/ Fri, 04 Nov 2022 16:24:43 +0000 https://centergram.de/?p=1733 Die Eigentümlichkeiten der Partnerwahl sind ein Geheimnis, das wir mittlerweile immer besser verstehen. Was bewirkt, dass wir uns in einem unbekannten Menschen verlieben? Welche Muster und kindliche Prägungen geben den Ausschlag, dass der berühmte „Funken" überspringt? Eine häufige genannte Regel ist der Grundsatz, dass Blondinen von Männern bevorzugt werden. Ist dies purer Mythos oder Realität? Wir geben Euch eine Antwort und einige wertvolle weitere Tipps.

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Es gibt niemals eine zweite Gelegenheit, einen ersten Eindruck zu machen, sagt eine Redewendung. Ob uns eine Person positiv auffällt, ist zuallererst eine physiologische Frage. Wir nehmen die Welt mit unseren Augen wahr. Sie sind das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Dabei ist ein Umstand von grundlegender Bedeutung: Das menschliche Auge nimmt zuvorderst helle Farben wahr. Helle Farbtöne ziehen unsere Wahrnehmung an, nicht anders als das Licht in der Nacht die Insekten. Deswegen hat die Evolution Frauen mit blondem Haar einen Selektionsvorteil mitgegeben.

 

Farbenlehre der Evolution

 

Hat die Evolution Blondinen bereits einen großen Vorteil im natürlichen Bemühen verschafft, ihre Gene an einen besonders geeigneten männlichen Partner weiterzugeben, kommt für Frauen mit blondem Haar ein weiterer begünstigender Faktor hinzu: Als Komplementärfarbe zu Gelb ist Rot besonders passend.

Ist es Euch mal aufgefallen? Rot wird von Blondinen sehr häufig verwendet. Ob als Kleidungsstück oder als Lippenstift. Rote Lippen, geschminkt oder in jungen Jahren auch ganz natürlich, wirken anziehend. Denn Rot ist eine Signalfarbe. Sie lenkt die Aufmerksamkeit des Beobachters auf sich, indem sie die Spanne seiner Aufmerksamkeit verlängert. Bei der Partnerwahl ist positiv erzeugte Aufmerksamkeit eine Währung, die sich auszahlt.

Aus diesem Grund hat die Schauspielerin Marylin Monroe ihr Haar Platinblondiert. Ihrer Karriere hat es sicher nicht geschadet. Ihre zahlreichen Ehen und Affären, selbst mit dem US-Präsidenten John F. Kennedy, sprechen eine deutliche Sprache. Bis heute hält sich ihr Ruf als unsterbliches Sexsymbol. 

Foto: Pexels @pixabay

 

 

Kult um blondes Haar

 

Die besondere Wertschätzung von Frauen mit blondem Haar ist keine Eigentümlichkeit unserer Zeit. Seit der Antike galten blonde Haare als  ein Schönheitsideal. Römische Dichter wie Ovid preisten den „von der Sonne himmelsgleich umstrahlten Goldkopf“. Frauen der römischen Führungsschicht ließen sich Perücken aus dem blonden Haar der Germanen anfertigen. Möglicherweise trug auch schon Nofretete eine solche künstliche Haarpracht. Wie dies geradezu als Gloriole gewirkt haben könnte, beschrieb später die US-Schauspielerin Jane Mansfield ihrer Haarpracht auf die Männerwelt.

Die alten Germanen trieben geradezu einen Kult um ihr überwiegend natürliches blondes Haar. Mit Kämmen und Bürsten aus Wildschweinborsten wurde es gehegt und gepflegt. War es doch für die Trägerinnen nicht nur ein wichtiger natürlicher Selektionsvorteil, der ihnen auch bei reichen Römern einen entscheidende Pluspunkte gegenüber ihren schwarzhaarigen Konkurrentinnen aus Italien verlieh. Zudem war blondes Haar ein Hauptexportartikel Germaniens in die römische Welt, das auch von germanischen Männern eifrig gepflegt wurde. Wie sehr selbst germanische Männer um ihre Haarpracht besorgt waren, zeigt die überlieferte Episode eines Mannes, der zum Tode verurteilt wurde. Wie von römischen Historikern überliefert, soll er seinen Henker gebeten haben, den Schwerthieb so zu führen, dass „das Haar nicht blutig werde, bin ich doch lange eifrig darum besorgt gewesen“. Wenn sie nicht gerade den Weg zum Henker antreten mussten, trugen die Germanen ihre Haarpracht in heutiger bei Jünglingen wieder sichtbarer Manier zu einem Dutt an der Seite gebunden. Vermutlich erklärt sich selbst der Kult um ihr blondes Haar bei Männern aus der Überzeugung, damit von den Göttern ausgezeichnet worden zu sein. Eine Erklärung, der zweitausend Jahre später ein Robert Redford vermutlich immer noch zugestimmt hätte. Bei den germanischen Frauen indes kam die Überzeugung der griechisch-römischen Welt hinzu, dass „schön“ und „gut“ eigentlich eine Einheit bilden.  Ein folgenreicher Irrtum, wie die Geschichten um die zahlreichen berüchtigten Blondinen zeigen, die für ihre Männer als Femmes fatales l, bezeichnet werden können. Ihre unselige Wirkung sprach sich in der Männerwelt freilich recht langsam herum. Bei den Milliardären der Welt allerdings, so haben Untersuchungen ergeben, scheint die Sorge vor Femmes fatales recht ausgeprägt zu sein. In dieser Gruppe sind Blondinen als Ehefrau mit 22 Prozent vergleichsweise unterrepräsentiert. Stattdessen werden Brünette von den Reichsten der Welt bevorzugt. 70 Prozent der Ehefrauen von Milliardären sind Brünette. Dies zeigt, dass es noch weitaus mehr Kriterien als nur die Haarfarbe alleine gibt, zu wem sich Menschen hingezogen fühlen und mit wem sie sich dauerhaft in einer Ehe verbinden wollen.

Wer dennoch meint, von der Natur sträflich benachteiligt zu sein, könnte sich wohl überlegen, der Evolution nachträglich ein Schnippchen zu schlagen. Deswegen sollen hier abschließend zwei Rezepte aus der germanischen Welt verraten werden. Um ihr Haar aufzuhellen, hatte die Germanen zwei Geheimrezepte: Eines bestand aus Holzaschenlauge, Hammeltalg und Ätzkalk. Wem dies vielleicht zu ätzend gewesen ist, konnte ein weiteres Bleichmittel verwenden: Es bestand aus Ziegenfett, Buchenasche und verschiedenen Pflanzenarten. Die Wirkung dieser Mittel soll in jüngster Zeit in Experimenten bewiesen worden sein: Selbstredend umweltverträglich und nachhaltig.

 

MCK

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Alles, was man über Blutgruppen wissen muss https://centergram.de/wissen/alles-wichtige-ueber-blutgruppen/ Tue, 01 Nov 2022 14:40:00 +0000 https://centergram.de/?p=1683 A,B,AB,0, Rhesusfaktor – hier erklären wir dir, was es mit den Blutgruppen auf sich hat und warum eine bestimmte Kombination besonders selten ist, und eine andere besonders wertvoll.
Das Blut der Menschen als Träger von Atemgasen, Nährstoffen, Immunzellen und vielem mehr ist mit Sicherheit eine der interessantesten Flüssigkeiten, mit denen sich die Wissenschaft je beschäftigt hat und auch noch lange beschäftigen wird.

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Es ist derart komplex, dass die Biologie es auch als flüssiges Gewebe betrachtet. Blutgruppen sind seit 1901 bekannt und machten seitdem eine Blut-Transfusion überhaupt erst möglich. Alle vorherigen Versuche, teils von Mensch zu Mensch oder auch von Tier zu Mensch, zogen fast immer den Tod der Probanden nach sich. Heute sind, dank der wissenschaftlichen Erkenntnisse, Blut-Transfusionen ungefährlich und werden täglich millionenfach durchgeführt.

 

Welche Blutgruppen(systeme) gibt es?

Tatsächlich sind heute 43 Blutgruppensysteme gleichzeitg in einem Körper bekannt. Das wichtigste ist das AB0-System, das zweitwichtigste ist das Rhesus-System und das drittwichtigste das Kell-System.

AB0 ist das bekannteste System, vor allem wenn Blutübertragungen nach Verletzungen oder bei Operationen notwendig sind. Das Rhesus-System, auch Rhesusfaktor genannt, hat unter anderem auch Relevanz bei Schwangerschaften, die eine Gefahr darstellen können, wenn Rhesusfaktor von Mutter und Kind sich unterscheiden. Das gilt ebenso für das Kell-System, bei dem das Kind zum Beispiel eine Blutarmut entwickeln kann, wenn keine Übereinstimmung zur Mutter vorliegt.

 

Was ist der molekulare Hintergrund der Blutgruppen?

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und auch die anderen zellulären Blutbestandteile, haben verschiedene Moleküle auf ihrer Oberfläche, die u.a. dem Immunsystem des Körpers dazu dienen, diese als körpereigene Zelle zu identifizieren und keinen Angriff einzuleiten. Kommt ein Immunsystem nun mit fremden Blutkörperchen (also welche mit anderen, unbekannten Molekülen) im Kontakt, wird eine Immunreaktion ausgelöst und es werden Antikörper produziert, die im schlimmsten Fall zu einer Verklumpung des Blutes führen können.

Ist z.B. aber im AB0-System kein zugehöriges Molekül auf den roten Blutkörperchen eines Menschen vorhanden, dann hat er die Blutgruppe 0.

Hat er die Moleküle für B, dann hat er die Blutgruppe B, umgekehrt genau so für A. Hat er beide Moleküle, also für A und B, dann hat er Blutgruppe AB.

Ist im Rhesussystem kein zugehöriges Molekül auf den roten Blutkörperchen eines Menschen vorhanden, dann hat er den Rhesusfaktor negativ. Ist hingegen eines vorhanden, dann hat er den Rhesusfaktor positiv.

 

Welche Blutgruppen sind selten, welche sind häufig?

Die seltenste Blutgruppe ist die Blutgruppe AB mit dem Rhesusfaktor negativ. Weltweit sowie deutschlandweit besitzen nur 1% der Bevölkerung diese Kombination. Die meisten Menschen weltweit haben die Blutgruppe 0 mit dem Rhesusfaktor positiv, was weltweit 36% bzw. deutschlandweit 35% entspricht.

Hast du als Mensch mit der Blutgruppe AB/Rhesus negativ also nur die Chance von 1:99, einen geeigneten Blutspender zu finden? Nein, zum Glück nicht. Denn nicht nur AB ist mit AB kompatibel, wie wir dir jetzt erläutern werden.

 

Welche Blutgruppe ist besonders wertvoll?

Wenn es um Blutspenden geht, dann ist eine Blutgruppenkombination besser als alle anderen. Du wirst es dir schon denken können, es ist die Blutgruppe 0 mit dem Rhesusfaktor negativ. Sie ist bei Bluttransfusionen universell einsetzbar und rettet wahrscheinlich täglich Millionen Leben. Noch wertvoller ist allerdings nur das ultra-seltene sogenannte „goldene Blut“, das statistisch nur weniger als 50 Personen weltweit besitzen. Durch seine Seltenheit hat es klinisch jedoch keine Bedeutung.

Teurer verkaufen kannst du „wertvolles“ Blut jedoch nicht. In Blutspendezentren gibt es für deine Spende jeweils eine festgelegte Entschädigung. Für manchen Schüler oder Studenten eine willkommene Aufbesserung des Taschengelds(!)                                                                                                       Du kannst dich online über die nächstgelegene Möglichkeit für bezahlte Spenden informieren.

 

Was sagt deine Blutgruppe über deinen Charakter aus?

Direkt vorweg: Wahrscheinlich gar nichts. Jedenfalls fehlt bis heute ein Nachweis, dass sich von der Blutgruppe direkt auf Persönlichkeitseigenschaften schließen lässt. Wenn du also noch nie von einer derartigen Verbindung gehört hast, macht das gar nichts – und sagt über dich aus, dass du kein Japaner bist. Denn in Japan sieht man seit über 50 Jahren sehr wohl eine Verbindung zwischen Blutgruppe und Charakter.  

So wird bei Bewerbungsgesprächen aber auch bei Dates oder bei Tinder sehr häufig die Blutgruppe (AB0) erfragt, wenn man wissen möchte, ob man zueinander passt. Da die Blutgruppe durch unsere Gene bestimmt wird, wie auch manche Charaktereigenschaften, und da ein und dasselbe Gen im Körper durchaus an mehreren Merkmalen beteiligt sein kann, wäre also eine Verbindung von Blutgruppe und Charakter zumindest theoretisch denkbar.

Du kannst dir ja überlegen, ob du lieber an die Blutgruppen-Charakter-Deutung glauben möchtest oder an das Sternzeichen-Horoskop, das auf dem mittelalterlichen Weltbild beruht, in dem die Sonne um die Erde kreist. Oder vielleicht ja auch an keins von beidem.

 

Falls dich dieser Artikel aber angeregt haben sollte, Blut zu spenden, dann können wir das nur unterstützen. Ganz gleich, welche Blutgruppe du hast. Denn das rettet Menschenleben und du kannst deine Blutgruppe erfahren, falls du sie bisher noch nicht kanntest.

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Musk möchte Mars kolonialisieren — Ist Planetenbesiedelung möglich? https://centergram.de/wissen/musk-moechte-mars-kolonialisieren-ist-planetenbesiedelung-moeglich/ Wed, 26 Oct 2022 07:01:59 +0000 https://centergram.de/?p=1598 Wer hat Angst vor weit in die Zukunft reichenden Visionen? Ganz sicher nicht Elon Musk. „Das Leben ist mehr, als nur jeden Tag Probleme zu lösen. Man sollte jeden Tag aufwachen und inspiriert sein, Neues zu wagen“, so der Tesla-Gründer und Multimilliardär, der in seinem Bemühen, die Grenzen zwischen Realität und Vision zu verschieben, bereits mit Leonardo da Vinci verglichen wird. Die Menschheit wäre gut beraten, so Musk, eine multi-planetare Spezies zu werden.

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Wie das möglich sein soll? Durch die Besiedlung des Mars! „Das wird ein großartiges Abenteuer“, meint Elon Musk zu seinen Plänen, durch sein Weltraumunternehmen Space X ab Mitte dieses Jahrzehnts Menschen auf den Mars zu schicken. Interessenten dafür haben sich bereits gefunden, die bereit sind, die Erde zu verlassen und die Reise zum roten Planeten ohne Rückkehr anzutreten. Marsmissionen werden bereits in Wüstenregionen auf der Erde simuliert, — und nicht nur auf Initiative von Musk.

Warum sollte der Mensch eine multi-planetare Spezies werden?

„Ich beschwöre Euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt denen nicht, die Euch von überirdischen Hoffnungen reden. Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht“, schrieb der Philosoph Friedrich Nietzsche in seinem Werk „Zarathustra”. Nach dem Stand der Wissenschaft und Technik im ausgehenden 19. Jahrhundert sprach in der Tat nicht wenig für Nietzsches Sichtweise. Auch heute noch sind die Schwierigkeiten und Herausforderungen gewaltig, die zu bewältigen wären, den Homo sapiens zu einer multi-planetaren Spezies werden zu lassen. Eines aber hat sich seit den Tagen Nietzsches entscheidend verändert: Mit dem Eintritt ins atomare Zeitalter ist die Notwendigkeit um ein Vielfaches gewachsen, in absehbarer Zeit eine Lösung der Probleme zu finden, die es bislang schwer vorstellbar machten, dass Menschen an anderen Orten im Universum leben. Entstand doch mit einem Male das Risiko der Selbstvernichtung, sei es durch bewusstes verantwortungsloses Handeln oder ungewollte Selbstauslöschung infolge technischer Defekte. Während des Kalten Krieges stand die Welt schon mehrfach vor dem Abgrund. Ein Umstand, der bis heute in seiner Gefahr nicht nachgelassen hat und den mittlerweile viele Wissenschaftler wie der verstorbene Physiker Steven Hawking als die Hauptgefährdung technologisch fortgeschrittener Intelligenzen im Universum ansehen.

Foto: WikiImages @pixabay

Also sprach Zarathustra: Neuer Lebensraum auf dem Mars!?

Denkbar wäre es. Denn im Gegensatz zu anderen Planeten unseres Sonnensystems hat der Mars seine Vorzüge. Anders als auf der Venus oder dem Merkur, den beiden nächsten Planeten zur Sonne, ist es auf der Marsoberfläche nicht 250 Grad heiß, so dass Blei sofort schmilzt. Ja, verglichen mit den beiden sonnennächsten Planeten ist der Mars geradezu ein Ort der Sommerfrische bei angenehmen 20 Grad Höchsttemperatur, die sich aber auch je nach Aufenthaltsort, Tages- und Jahreszeit bis zu minus 80 Grad abkühlen können. Zudem verfügt der Mars über einen weiteren großen Vorzug: Er besitzt eine feste Oberfläche statt nur einer reinen Gashülle, wie der Saturn oder der Jupiter. Und nicht zu vergessen: An den Polkappen des Mars ist Wasser gefunden worden! Die Grundlage allen Lebens. Zumindest wie wir es kennen.

Allerdings fehlt es auf dem Mars für uns Menschen noch an der nötigen Atmosphäre. Der Luftdruck ist um mehr als 100 Prozent geringer als auf der Erde, ohne den Schutz eines Raumanzugs könnte man nicht überleben. Zudem besteht die Luft zu 95 Prozent   aus giftigem Kohlendioxid. Doch auch diese Probleme ließen sich theoretisch mittelfristig bewältigen. Schon 1984 schlug der Chemiker James Lovelock vor, auf künstlichem Wege PFCs in die Mars-Atmosphäre einzuleiten, um den Planeten zu erwärmen. Nach seinen Berechnungen wäre es dann möglich, die Temperatur innerhalb von einhundert Jahren um ca. 20 Grad zu erhöhen, also von derzeit durchschnittlich minus 63 Grad auf „angenehmere“ minus 40 Grad. Das wurde der Anfang einer neuen theoretischen Wissenschaft, des Terraforming, bei der man über Veränderung von Lebensbedingungen auf Planeten nachdenkt, bis hin zu konkreten Eingriffen, die es ermöglichen sollen, auf lebensfeindlichen Planeten Vorgänge in Gang zu setzen, die sie ergrünen ließen und eines Tages eine für den Menschen lebensfähige Atmosphäre zu schaffen.

Terraforming auf dem Mars

Unser Wissen von den Bedingungen auf anderen Planeten wie dem Mars ist noch recht ungenau und wächst erst allmählich. Der 2012 auf dem Mars gelandete Mars-Rover „Curiosity“ hat mit seinen Messungen zu einigen neuen Erkenntnissen über die Strahlenbelastung beigetragen. So weiß man seitdem, dass die kosmische Strahlung auf dem Mars nicht einheitlich ist. Durch unregelmäßig auftretende Sonnenstürme kann sie stark ansteigen. Obgleich die Entfernung des Mars von der Sonne noch einmal um die Hälfte größer ist als die Entfernung von der Erde, ist die Sonnenstrahlung auf dem Mars bereits etwa hundert Mal stärker. Der Grund dafür ist, dass der rote Planet über kein starkes zusammenhängendes Magnetfeld mehr verfügt, das ihn vor der Strahlung der Sonne schützen könnte, ebensowenig wie der Mond. Theoretische Überlegungen, ein Magnetfeld auf dem Mars künstlich zu schaffen, sind in der praktischen Umsetzbarkeit noch wenig ausgereift; sie wären ein bedeutender Durchbruch im Bereich des Terraformings, den Planeten für Menschen bewohnbar zu machen und aus dem roten Planeten eines Tages vielleicht einen grünen zu machen. 

Schäden durch die kosmische Strahlung sind auch durch die lange Reisezeit der Kolonisten zum Mars möglich, so würde der Flug zum durchschnittlich 70 Millionen Kilometer entfernten Zielort etwa gut sieben Monate dauern. Die auf der erdnahen Weltraumstation ISS gemachten Erfahrungen lassen sich dabei nur bedingt auf den Flug zum Mars übertragen. Zudem ist nicht außer Acht zu lassen, dass sich bei Astronauten in der Schwerelosigkeit rapide Muskeln und Knochen abbauen. Würde dem Muskel- und Knochenabbau nicht durch gezieltes Training auf dem Flug entgegengewirkt, könnte der Wiedereintritt in die Gravitation des Mars zu einem sofortigen Kreislaufkollaps der Astronauten führen.

Hinzu kommt, dass die Frage des Anbaus von Lebensmitteln für die ersten Marskolonisten in Treibhäusern unter Bedingungen wie sie auf dem Mars herrschen, noch nicht genügend erforscht sind. Doch Forscherteams arbeiten intensiv an Lösungsmöglichkeiten, wie auf dem wüstenähnlichen Marsboden Pflanzen gezüchtet werden könnten. Der Film „Der Marsianer — Rettet Mark Watney“ ist also gar nicht so weit von der Realität entfernt, wie es scheint. Ein erster Erfolg wurde bisher von der NASA bekannt gegeben, der es in Experimenten gelungen ist, Pflanzen auf Mondboden zu züchten. Damit noch nicht genug: Ein wohl noch größerer technologischer Durchbruch wurde durch den im April 2021 auf dem Mars gelandeten NASA Rover „Perseverance“ erzielt. Einer vom Rover mitgeführten Apparatur von der Größe einer Autobatterie gelang es, Sauerstoff aus der Atmosphäre eines fremden Planeten zu gewinnen Innerhalb einer Stunde wurden durch die Aufspaltung von Kohlendioxid fünf Gramm Sauerstoff hergestellt. Das erscheint auf den ersten Anschein nicht viel, ist aber ausreichend, um einen Astronauten auf dem Mars für zehn Minuten mit ausreichend Atemluft zu versorgen. Das gelungene Experiment wird von NASA-Wissenschaftlern als Meilenstein zu einer Technologie gesehen, die es zukünftigen bemannten Missionen erlauben könnte, von den Ressourcen des Planeten zu leben. Der gewonnene Sauerstoff wurde in die Marsatmosphäre freigegeben. Vielleicht der erste kleine Schritt auf dem langen Weg eines erfolgreichen Terraformings auf dem Mars.

Zufällige Mutationen oder gezielte Gentechnik?

Diese Erfolge könnten womöglich den einen oder anderen ermutigen, sein Leben der Erkundung und Besiedlung fremder Planeten zu widmen. Doch man sollte sich nicht täuschen: Mit welchen technologischen Spitzenleistungen der Wissenschaft auch immer der Weg frei gemacht wird, um zur ersten multi-planetaren Spezies zu werden, auf dem Mars wurde der Homo sapiens doch unweigerlich erst einmal wieder zu seinen einfachsten Anfängen zurückkehren müssen: Als Höhlenmensch, der in einer ähnlich feindlichen Umgebung wie der steinzeitliche Neandertaler unaufhörlich um sein nacktes Überleben kämpfen muss. Einen recht realistischen Eindruck von den Schwierigkeiten, mit denen es die ersten Siedler auf dem Mars zu tun haben würden, vermittelt die National-Geographic-Serie Mars. Ob in selbst geschaffenen Schutzorten oder durch modernste Technik verstärkte natürliche Höhlen auf dem roten Planeten, jedes menschliche Leben auf dem Mars wäre erst einmal abgeschottet von der lebensfeindlichen Außenwelt notwendig, um die ersten Generationen künftiger Marssiedler vor tödlicher kosmischer Strahlung zu schützen.

Zumindest solange, bis gentechnische Veränderungen des menschlichen Erbgutes spätere Generationen vor der lebensfeindlichen Außenwelt zu schützen vermögen. Selbst wenn es immer gelingen würde, Menschen so gut vor der kosmischen Strahlung zu schützen, dass sie nicht sofort tödlich wirkt, sind doch langfristige kleinere Schäden im Erbgut nicht auszuschließen. Wie solche Mutationen sich auswirken würden, kann gegenwärtig niemand mit Bestimmtheit sagen. Gewiss aber ist, dass die Mars-Kolonisten sich durch die gänzlich anderen Lebensbedingungen auf dem Mars früher oder später deutlich von den Bewohnern des Heimatplaneten unterscheiden dürften. Die andere denkbare Möglichkeit wäre, man überließe genetische Veränderung erst gar nicht dem Zufall sondern versuchte, durch gezielte Veränderungen des menschlichen Erbguts die Siedler an die neuen Lebensbedingungen auf dem Mars anzupassen. Eine erste denkbare genetische Blaupause für die Gefahr des Krebstodes durch kosmische Strahlung könnte möglicherweise das Genom des Nacktmulls bieten, eine in den Wüstengebieten Ostafrikas beheimatete, maulwurfartig lebende Nagetierart. Denn anders als alle anderen Nagetierarten kennt er keine Krebserkrankungen. Auch ist diese Tierart vollkommen schmerzunempfindlich und verfügt über eine weitere einmalige Fähigkeit unter Säugetieren: Wird für den Nacktmull der Sauerstoff knapp, kann er seinen Organismus soweit herunterfahren, dass er für bis zu 18 Minuten ohne Sauerstoff auskommt. So hat diese Tierart bereits das weltweite Interesse von Genetikern und Biotechnologen auf sich gezogen. Ermutigend hierbei wäre, dass es schon heute möglich ist, artfremde Gene ins Erbmaterial einer Spezies einzufügen, was eines Tages im Erfolgsfall auch die Lebensqualität der Menschen verändern dürfte, die sich nicht zur Besiedelung fremder Planeten berufen fühlen.

Zuvor sind allerdings noch zahlreiche ethische Fragen zu klären: Soll man den Menschen genetisch von seiner biologischen Konstitution den Gegebenheiten anderer Planeten anpassen?  Wie würden sich die Veränderungen langfristig auswirken? Möglich wäre auch, ihn nicht nur als schmerzunempfindliches Wesen emotional neu zu schaffen. Man könnte ihn als Mischwesen aus Mensch und Computer auch in seiner Intelligenz so verändern, dass eine Art „Übermensch“ entsteht. Dann träte vielleicht der neue Menschentyp des Mars in Konkurrenz zum alten Menschentyp der Erde. Fragen wie diese könnten vielleicht eines Tages in fernen Laboren auf dem Mars beantwortet werden. So würde das Projekt eines Elon Musk, den Menschen zu einer multi-planetaren Spezies zu erheben, zugleich auch das Ende des Homo sapiens beschleunigen, — zumindest so wie wir ihn heute kennen.

-MCK-

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Lügen als Krankheit – Ursachen und Symptome von Pseudologie https://centergram.de/gesundheit/luegen-als-krankheit-ursachen-und-symptome-von-pseudologie/ Mon, 20 Jun 2022 16:18:12 +0000 https://www.centergram.de/?p=1160 Als Pseudologen bezeichnet man Menschen, die aus einem inneren Zwang heraus lügen, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Dieses Verhalten wird auch Mythomanie genannt.
Doch ist es wirklich eine Krankheit oder eher eine geplante Schwindelei mit Hintergedanken?

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Obwohl Pseudologie als Symptom anerkannt wird, sind sich Experten uneinig darüber, ob dieses Verhalten für sich allein genommen eine psychische Störung ist. Fakt ist, dass Pseudologen ihr Umfeld dauerhaft manipulieren, was für sie selbst und natürlich auch für ihre Bezugspersonen zu gravierenden Problemen führt.

So handeln Pseudologen

Schwindeln und kleine Notlügen zu erfinden ist normal und jeder Mensch hat es schon einmal getan, sei es aus Liebe, um jemanden nicht zu verletzten wie zum Beispiel durch den Satz: „Die Frisur sieht doch gut aus“, wenn die Freundin verschnitten vom Friseur kommt, oder um sich vor gestellten Aufgaben zu drücken. Das kennen wir alle.

Aber was sind die Anzeichen eines an Pseudologie erkrankten Menschen, oder woran kann man erkennen, dass die Erzählung nicht ganz der Wahrheit entspricht? 

Das sind die typischen Anzeichen:

  • Die erzählten Geschichten beinhalten oft einen wahren Kern, an dem sich die Betroffenen orientieren
  • Betroffene sind oft überdurchschnittlich charmant, kreativ und organisiert
  • Die Geschichten werden über einen langen Zeitraum aufrechterhalten, z. B. durch angebliche Grußkarten und Geschenke der weit entfernt lebenden Verwandtschaft, die der Pseudologe in Wirklichkeit selbst besorgt
  • Betroffene sind sich spätestens im Nachhinein darüber im Klaren, dass sie nicht die Wahrheit erzählen (im Gegensatz zu Menschen, die an Wahnvorstellungen und Psychosen leiden)
  • Die Lügen dienen dazu, das Selbstwertgefühl des Betroffenen aufzuwerten oder Probleme zu vermeiden („Ich habe ein paar Jahre in den USA gearbeitet“ oder „Um die Rechnung habe ich mich schon gekümmert“)
  • Betroffene haben oft keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie, da Familienmitglieder die Lügen leichter enttarnen können als Menschen, die der Pseudologe im späteren Leben neu kennenlernt

Diese Anzeichen zu erkennen und mit der Tatsache, dass es sich um Lügen handelt, umgehen zu können, ist nicht leicht, denn die Geschichten sind oft so real und verwachsen, dass man überhaupt nicht auf die Idee kommt, sie könnten nicht der Wahrheit entsprechen. Über die Jahre entwickeln Pseudologen zudem ein immer größeres Geschick im Lügen und versuchen mit aller Kraft, ihre Konstrukte zu erhalten.

Beispiele für mögliche Geschichten eines Pseudologen

  • Ein Mann lernt eine neue Partnerin kennen, und erzählt ihr aus Scham, dass er ein Versicherungsmakler ist, obwohl er in Wirklichkeit Hartz IV bezieht
  • Jemand erzählt, durch mutiges Einschreiten ein Menschenleben gerettet zu haben, obwohl er eigentlich nur den Rettungsdienst und die Polizei alarmiert hat
  • Eine Person erzählt, ihre Eltern seien bei einem Unfall gestorben, anstatt zuzugeben, dass sie vor Jahren den Kontakt abgebrochen haben

Woher kommt der Drang, Lügen zu erzählen?

An Pseudologie erkrankte Menschen haben das Verlangen, den eigenen Wert zu steigern und sich anders darzustellen, als es der Wahrheit entspricht.

Grund dafür kann z. B. ein Trauma sein sowie mangelnde Liebe und Fürsorge im Kindesalter, so dass die Betroffenen nie die Möglichkeit hatten, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Somit versuchen an Pseudologie leidende Menschen durch Lügen Anerkennung zu bekommen – auch, weil sie sich als die Person, die sie in Wahrheit sind, als nicht liebenswert empfinden.

Was bedeutet das eigene Verhalten für die Betroffenen selbst?

Für notorische Lügner bedeutet ihr eigenes Verhalten immer Stress. Der Zwang zu lügen kann einer Sucht ähneln, zumal Betroffene durch heldenhafte, abenteuerliche oder mitleiderregende Geschichten Anerkennung bekommen. Außerdem fällt es diesen Personen auf Dauer immer schwerer, den Überblick über ihre Lügen zu behalten, und sie leben mit der permanenten Angst, entlarvt zu werden – mit der Konsequenz, dann wahrscheinlich ihre engsten und liebsten Menschen zu verlieren.

Wie lernt man, mit Mythomanie umzugehen?

Für Betroffene ist es wichtig, den Mut zu finden, ihr eigenes Verhalten als falsch und schädlich (für sich selbst und ihr Umfeld) zu erkennen und im weiteren Verlauf zu ihren Lügen zu stehen. Natürlich kostet es eine Menge Mut, seine eigenen Lügen zuzugeben – vor allem, wenn sie so weitreichend und zahlreich sind, dass Freunde und Partner das Gefühl haben, denjenigen niemals gekannt zu haben. Denn was bleibt abzüglich aller Lügen noch übrig? Somit erschüttern Pseudologen nachhaltig das Vertrauen ihrer engsten Bezugspersonen, da sie selbst nicht darauf vertrauen, gemocht und geschätzt zu werden, wenn sie ehrlich sind.

Mit der Krankheit nach der Entdeckung umzugehen, ist für Betroffene sowie die Menschen in ihrem näheren Umfeld daher nicht einfach. Wenn Pseudologen damit konfrontiert werden, dass sie lügen, können sie aggressiv reagieren, ausweichen, abblocken oder einfach eine weitere Lüge erzählen.

Verständnis und (psychologische) Hilfe bei Pseudologie

Daher ist es wichtig, nach Möglichkeit nicht mit Wut oder Vorwürfen auf das Verhalten Betroffener zu reagieren, denn dadurch ist niemandem geholfen. Außerdem würde eine solche Reaktion die grundlegenden Selbstzweifel des Pseudologen bestätigen: Dass er nichts wert und vor allem nicht liebenswert ist.

Auch wenn es für Außenstehende schwer nachvollziehbar scheint: Niemand lügt freiwillig permanent in diesem Ausmaß. Der Leidensdruck muss schon sehr hoch sein, wenn man die eigene Persönlichkeit und Biografie lieber komplett verleugnet und riskiert, seine wichtigsten Bezugspersonen zu verlieren.

Verständnis ist der Schlüssel. Dabei hilft vielleicht die Erkenntnis, dass die Lügen sich nicht gegen das Umfeld richten, sondern immer gegen den Erkrankten selbst. Natürlich wiegen das zerstörte Vertrauen und die eigene Enttäuschung schwer, und auf jeden Fall müssen Betroffene erkennen, dass sie (psychologische) Hilfe brauchen. Je mehr Unterstützung sie dabei erfahren, umso besser können sie lernen, dass sie diese Lügen nicht nötig haben und die Ursprünge ihres Verhaltens ergründen.

-MCK-

Der Beitrag Lügen als Krankheit – Ursachen und Symptome von Pseudologie erschien zuerst auf Centergram.

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